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10 + 1 Lebensgeschichten im Stadtraum

Vom 23.-26.09.2021 wurden 11 Lebensgeschichten an öffentlichen Orten in Berlin live aufgeführt. Entwickelt wurden die Performances in Tandems zwischen Künstler*innen und Geschichtenerzähler*innen.

Adel - پرواز می‌کند

Immersive Performance von Fred Gehrig und Adel

23. September. 2021
Dauer: unbestimmt

Breitscheidplatz
10789 Berlin-Charlottenburg

Die immersive Performance von Fred Gehrig und Adel verknüpft Tanz, Erzählung und Ausstellung miteinander. Sie verwickelt Passant*innen und lädt sie ein die Geschichte von Adel in einem begehbaren Ausstellungshaus einzeln zu erleben.

Fred Gehrig begann seine Karriere als Tänzer und Choreograph in London. Nach sechs Jahren Arbeit in anderen Ländern (u.a. F, USA) kehrte er im Jahr 2000 nach London zurück, wo er seinen Master an der Central Saint Martins University of the Arts machte. Ab 2006 unterrichtete Fred zehn Jahre lang als Dozent für ‘Performance Making’ und Technik am Konservatorium Trinity Laban. Seine künstlerische Tätigkeit blieb weit gefächert: Zombie-Trainer für den Film World War Z mit Brad Pit, Personal Trainer von Juliette Binoche oder Auftritte mit Turner Prize-Gewinner Martin Creed. Seit Fred 2017 von Shanghai nach Berlin zog, entdeckt er weitere crossdisziplinäre Wege. Sein Buch ‘Death in Shanghai’ erscheint 2022 in London, wo er auch ein Jahr lang, bis Januar 2023, als Schauspieler in Punchdrunk’s neuer Show ‘The Burnt City’ zu sehen sein wird:

https://www.punchdrunk.com

Hier geht es zu der Geschichte von Adel.

Anusch – Weil wir sprechen

Tanzperformance mit Live-Musik von Florian Hoffmeier,
Lotta Sandborgh und Vladimir Miller

25. September. 2021
Dauer: 40-60 Minuten

Ort: Vor der Alten Nationalgalerie
Bodestraße 1-3
10178 Berlin-Mitte

Weil wir sprechen/ Versprechen wir uns/ Weil wir sprechen/ Schweigst du/ Weil wir sprechen/ Bin ich/ Weil wir sprechen/ Spreche ich nicht/ Weil wir sprechen/ Kannst du sein/ Weil wir sprechen/ Sind wir/ Weil wir sprechen

'Weil wir sprechen' ist eine Abstraktion der Geschichte von Anusch, die den Menschen das Sprechen beibringt. Wörter werden dabei zu getanzten Bildern, ganz ohne Sprache, und bilden das Labyrinth ihres und vielleicht unser aller Leben als bildliches Werden und Vergehen, als Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion.

Florian Hoffmeier ist Kulturschaffender, Arzt, Künstler und Therapeut. Langjährige Ausbildung und Tätigkeiten im Rahmen einer Vielzahl an Projekten und Projektbeteiligungen im kulturellen, künstlerischen und kommunikativen Bereich. Seit 2010 eigene künstlerische Arbeiten mit verschiedenen Medien (Tanztheater, Performancekunst, Video etc.). Zudem bekam er viele Auszeichnungen, Förderungen und Stipendien für seine kulturellen und künstlerischen Tätigkeiten. Als Arzt arbeitet er seit langer Zeit im Bereich der Psychiatrie/Psychosomatik und Psychotherapie.

Lotta Sandborgh arbeitet als freischaffende Tänzerin und Choreographin in verschiedenen Projekten und Ensembles.

Vladimir Miller spielt im avlos trio d‘anches klassische Kompositionen, ist in verschiedenen Jazz-Ensembles aktiv und komponiert Musik für Film und Fernsehen.

www.florianhoffmeier.de

Hier geht es zu der Geschichte von Anusch.

Björn - Wo ist Björn?

Performance von Willy the Clown & Silvia Borello

24. September 2021
Dauer: 45 Minuten

Stabholzgarten, Unter der Bahnbrücke
13597 Berlin-Spandau

Es handelt sich um eine pantomimische Performance ohne Sprache, mit musikalischen Elementen. Obdachlose oder Landstreicher sind die Menschen schlechthin, die mit der Welt der Clowns verbunden sind. Allein, verlassen, mit Beziehungsproblemen, mit Überlebensproblemen. Gefangen, ohne jeden Ausweg. Dies ist Björns Geschichte – Enttäuschung, Leid, Einsamkeit, Unterwerfung, der Wunsch nach Freiheit, unerfüllte Liebe. Die Themen des Clowns. Doch nun ist Björn über Nacht verschwunden. Alles, was er bei sich hatte, ist plötzlich weg. Der Mangel und die Unnahbarkeit, die sich um seine Geschichte ranken, hallen mehr nach als die Geschichte selbst.

Antonio Villella, ein 45-Jahre alter Italiener, ist Schauspieler, Regisseur, Theaterlehrer und Clown. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet er im künstlerischen Bereich, auch sehr gerne mit anderen Menschen im Team. Er hat bereits mit Tänzer*innen, Akrobat*innen und Musiker*innen zusammengearbeitet und mit aus politischen Gründen geflüchteten Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund. Antonio hat bereits Performances kreiert, an Auftragsprojekten gearbeitet, sowie Shows in Museen gemacht und einen Kulturclub geleitet.

Hier geht es zu der Geschichte von Björn.

Can – Esso Station Oral

Performance & Video von Khan Of Finland
MAS/SER by Adomas Laurinaitis & Servulo Mendez
Fraternal #20 "Britzer Garten” Video by Pablo Denegri

23. September 2021
Dauer: 1 Stunde

Spor Klübü
Freienwalder Str. 31
13359 Berlin-Wedding

Khan Of Finland ist Komponist, Produzent und visueller Künstler. Er ist in Frankfurt am Main geboren mit türkisch-finnischen Wurzeln. Von 1992 bis 2002 lebte er in New York City wo er unter anderem Temple Records-NYC gründete und Gastgeber der berühmten queeren Partyreihe „KILLER“ im legendären "Save The Robots“ war. Seit 2002 lebt Khan in Berlin. Hier gründete er mehrere Labels, macht Musik und hostet Partyreihen, unter anderem im Berghain und in der Palomabar in Kreuzberg. Er ist auch Autor des Buches Angels of Disguise, 2013 im Fantome Verlag erschienen, wo er sich queerem Leben in sozialen Medien beschäftigt.

Hier geht es zu der Geschichte von Can.

Chrisoula – Was bleibt

Installation von Sadaf Farahani und Leonie Kock
Offenes Format, jederzeit zugänglich

25. September 2021

Ort: Werderscher Kirchhof, Wiese hinter dem Café Strauss
Bergmannstraße 42
10961 Berlin-Kreuzberg

Die begehbare Installation von Sadaf Farahani und Leonie Kock begibt sich auf die Spuren von Chrisoula. Wer war Chrisoula – der Mensch, die Frau, die Griechin, die Gastarbeiterin, die Mutter, die Ehefrau, die Schwester, die Nachbarin und die Freundin? Wie erzählt sich ein Menschenleben über die Menschen, die einem nahestanden? Und was verrät es über die Zeit und den Ort, in den dieses eingebettet ist? Was bleibt von uns in der Welt, wenn wir physisch nicht mehr anwesend sind?

Sadaf Farahani kommt ursprünglich aus dem Iran. Sie hat dort Filmregie studiert und als Fotojournalistin und Filmemacherin gearbeitet. Seit 10 Jahren lebt sie in Deutschland. Sie konzentriert sich seitdem mehr auf kulturelle Arbeit und führte unterschiedliche künstlerische und kulturelle Projekte durch. Sadaf interessiert sich in ihrer Arbeit für Themen wie Diaspora, Identität, Migration und Biografiearbeit. Im Jahr 2021 gründete sie zusammen mit Anna Chrusciel Polyrama - Museum für Lebensgeschichten, das sie als ihr Lebensprojekt betrachtet.

Leonie Kock ist freie Kulturschaffende in Berlin. Nach dem Studium der Kulturanthropologie in Hamburg und einer Weiterbildung in Analogfotografie arbeitete sie in verschiedenen Bereichen von Community- und Kulturarbeit. Hier entwickelte sie ihr Dokumentarfilmdebut „Faltenrock.“ In dem persönlichen Portät über Altersbilder, Tanz, Autonomie und gesellschaftliche Teilhabe vereint sie Regie, Produktion und Kameraarbeit. In ihrer weiteren Arbeit beschäftigt sie sich mit unterschiedlichen dokumentarischen Formaten, die auch Animation und Performance beinhalten. Zur Zeit entwickelt sie über die Körperarbeits-Ausbildung Pantarei Approach zudem auch einen therapeutischen Fokus, der u.a. in medienpädagogische Arbeiten mit einfließt.

Hier geht es zu der Geschichte von Chrisoula.

Claudia – Auf dem Weg

Luftartistik von Anna Ehrenreich

25. Sept. 2021
Dauer: 20-30 Minuten

Ort: Kunstraum Kreuzberg / Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin-Kreuzberg

Anna Ehrenreich ist in Berlin geboren und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für das Tanzen. Sie liebt es Bilder zu kreieren, Geschichten zu erzählen und Menschen zu berühren. Seitdem sie 2005 das erste Mal mit einem Trapez gearbeitet hat, interessiert sie sich besonders für Luftakrobatik. Anna Ehrenreich besuchte unter anderem die Etage-Schule für Darstellende Künste in Berlin. Seit über zehn Jahren vollführt sie artistische Darbietungen am Tanztrapez, Vertikaltuch und Multicordes, wobei sie ihr tänzerisches und artistisches Können miteinander verbindet.

https://www.anna-ehrenreich-luftartistik.de

Hier geht es zu der Geschichte von Claudia.

Esther – Humus

Erzählperformance von Schirin Zareh und Esther

23. September 2021
Dauer: 40 Minuten

Walter-Benjamin-Platz
10629 Berlin-Charlottenburg

An einem Marktstand verkauft Schirin das erste Mal in ihrem Leben Humus und trifft dabei auf Esther, die als Israelin Expertin ist für diese Speise. Darüber kommen sie in ein Gespräch, das Stationen ihrer beider Leben beinhaltet.

Schirin Zareh ist im Iran aufgewachsen, was auch in ihren Erzählungen durchscheint, die sie in Bibliotheken und Schulen vorträgt. Diese untermalt sie gesanglich sowie mit anderen Instrumenten. In ihren Lesungen stellt sie auch die selbstübersetzten Reisetagebücher ihres Großvaters vor. Seit März 2020 schreibt Schirin Episoden ihrer Biografie, die sie veröffentlichen möchte. Sie hat Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin studiert und absolvierte eine Schauspielausbildung bei Lehrern des Actors' Studio. Sie ist seit über 25 Jahren selbstständige Gesangspädagogin.

https://www.schirinz.de/Home/

Hier geht es zu der Geschichte von Esther.

Luce – Vogelperspektive

Partizipative Installation von Katie Lee Dunbar
Offenes Format, jederzeit zugänglich, auch am Sa, 25.09. von 12–18 Uhr Neukölln Arcaden

24. September 2021

1. OG neben Mediamarkt
Karl-Marx-Straße 66
12043 Berlin-Neukölln

Katie Lee Dunbar ist queerfeministische*r Performer*in und Pädagog*in. Katie hat über zehn Jahre Erfahrung in anti-diskriminierender Bildungsarbeit und der Konzeption und Durchführung von künstlerisch-bildenden Projekten an Schulen mit verschiedensten Altersstufen. In Katies Handeln steht Empowerment und Inklusion im Vordergrund. Katies Recherchen beschäftigen sich mit Stimme, Erinnerung, Bewegung, Klang, Sprache und Installation. Die Arbeiten werden im Rahmen von Festivals, Ausstellungen, gemeinnützigen Organisationen, Theatern und im öffentlichen Raum präsentiert. Momentan ist Katie Projektleitung für das mitkollektiv (Juli 2020 bis Juli 2021) und leitet die deutsche Abteilung von arted (ein 3-jähriges, von ERASMUS gefördertes trans-europäisches Projekt) wo Guides und Workshops für Künstler*innen und Lehrer*innen angeboten werden. Hier werden machtkritische Themen sowie antirassistische Strategien vermittelt.

https://www.katieleedunbar.de

Hier geht es zu der Geschichte von Luce.

Silja – vom Hermannplatz zur Hasenheide

Ein partizipativer Audiowalk von Lotti Seebeck und Silja Korn
(Begrenzte Teilnehmer*innenzahl, um Anmeldungen wird gebeten unter: info@polyrama.de)

26. September 2021
Dauer: 60 Minuten

Ort: Herrmannplatz, Treffpunkt bei der Statue „Tanzendes Paar“
10967 Berlin-Neukölln

Lotti Seebeck interessiert sich als Künstlerin besonders für crossdisziplinäre Kollaborationen und performative Forschung. In ihrer Arbeit geht es um feministische, nachhaltige und queere Perspektiven und deren öffentlich-private Verschränkung. Sie hat Kulturwissenschaften in Hildesheim und London studiert und studiert aktuell bildende Kunst bzw. Kunst im Kontext an der UDK Berlin.

Silja Korn war die erste blinde Erzieherin Deutschlands. Als sie mit 13 Jahren ihr Augenlicht verlor, hat sich einiges geändert, jedoch nicht Silja selbst, wie sie auf einem langen Weg herausgefunden hat. Auch heute noch ist sie aktive Künstlerin – sie malt und eine Auswahl ihrer Bilder hängt im Gästehaus der Blinden Freunde in Berlin Kladow in der Dauerausstellung.

https://lottis.persona.co

http://siljakorn.de/index.shtml

Hier geht es zu der Geschichte von Silja.

Swantje – Dazwischen

CL-Visual-Performance von Pinky Aiello

25. September 2021
Dauer: 20-30 Minuten

Monbijoubrücke
10117 Berlin-Mitte

Die CL-Visual Performance ist eine ganz neue Kunstform in Deutschland. Sie ist in den USA schon längst verbreitet. Bei CL-Visual Performance handelt es sich um eine Performance mit Klassifikatoren (Englisch: classifiers, Abkürzung "CL"). Klassifikatoren sind Gebärden, bei denen die Handform einen Gegenstand, eine Person oder ein Körperteil darstellt und die anderen Parameter der Gebärden (Handstellung, Ausführungsstelle und Bewegung) freilich die wahre Bewegung des Dargestellten zeigt. Die Performance ist somit sehr visuell geprägt.

Pinky Aiello ist eine One Woman Show: sie ist Comedian, Entertainerin, Gebärdenpoetin, Visual Vernacular-Künstlerin, Einradfahrerin und Jongleuse. Sie gibt Workshops und Vorträge über Storytelling in Gebärdensprache, unterrichtet amerikanische Gebärdensprache und arbeitet als Grafikerin. Pinky lebt in Hamburg und ist stolze Gebärdensprachlerin.

Hier geht es zu der Geschichte von Swantje.

Tuba – Der Baum aus dem Paradies

Gesangsperformance von Mizgina Rengin

24. September 2021
Dauer: 30 Minuten

Hauptbahnhof, vor dem Haupteingang
Europaplatz 1
10557 Berlin-Mitte

Mizgina Rengin ist freiberufliche Sängerin, Vocal-Artistin sowie Gesangscoachin aus Berlin. Sie wurde in Batman in der Türkei geboren und kam mit 19 Jahren nach Deutschland. Ab 2015 arbeitete sie in der interdisziplinären Performance Kunst mit Netzwerk X. Zwei Jahre später absolvierte sie erfolgreich ihren praxisorientierten Studiengang „Musik. Welt“ an der Universität Hildesheim. Neben ihren Soloauftritten leitete sie gleichzeitig von ihr initiierte Musikprojekte mit geflüchteten Jugendlichen sowie Chorprojekte mit geflüchteten Frauen und Mädchen.

Hier geht es zu der Geschichte von Tuba.